Welche Rolle hat der Bass Spieler in einer Band

Vom Bass zum Boss

Man sagt, Bass-Spieler seien ein tragender Ruhepol. Oft stimmt das, denn der Bassmann übernimmt zusammen mit dem Drummer die Rhythmusarbeit. Er sorgt für die Grooves, auf denen Sänger, Keyboarder oder Gitarristen ihre instrumentale Kunst aufbauen. Mit der Weiterentwicklung der Spieltechniken kam dem Bassmann auch eine immer wichtigere Rolle als Solist zu. Noch in den Fünfzigern und Sechzigern war er nichts als ein Begleitmusiker. Heutzutage ist der Bassmann oft auch Sänger und hat seine Soloparts. Bekannte Bass-Spieler wie Sting, Stanley Clarke oder Adam Clayton verdeutlichen, welche klanglichen Facetten der Mann am E-Bass zum Gesamtklang beisteuert.

Der E-Bass Spieler als Rhythmusmaschine

Die wichtigste Rolle im Gefüge einer Band kommt dem Bassmann zu, der zusammen mit dem Schlagzeuger den Grundrhythmus vorgibt. Er gibt die klangliche Vorlage für die Harmonien und die Soli der anderen Spieler. Damit definiert er auch den Stil und das Tempo, in dem gespielt wird. Zudem sorgt der Mann am Elektrobass, dafür dass der Song interessant gestaltet wird. In einer Dreierformation aus Bass, Schlagzeug und Gitarre arbeitet er Raum füllend, in einer Fünferformation als Teil des Klangteppichs. Je komplexer der Musikstil und die Komposition, desto wichtiger wird die Rolle des Bassmanns. Bassmann und Schlagzeuger sind die treibende Kraft hinter allen Synkopen und Rhythmuswechseln oder setzen spielerisch Akzente an Stellen, wo es passt. Man kann sagen, der Bassmann ist der Puls der Band. Zuweilen spielt er in einem Rhythmus mit dem Drummer, zu anderen Zeiten baut er spannende Gegenrhythmen auf. Wichtig ist dabei, die spielerische Präzision nie zu Ungunsten der Ausdruckskraft zu vernachlässigen. Beide zusammen ergeben das Aufgabenfeld des Bassmanns. Man hört deutlich heraus, ob ein Bassist spielt oder eine elektronische Bassmaschine.

Der Bassmann als Solist

Im Jazz kommt dem Bassmann eher eine Rolle als Solist zu als in einer Blues- oder Rockband. Gleichwohl hat ein guter Bassist heute mehr Gestaltungsmöglichkeiten und kann ein Stück prägend beeinflussen. E-Bassisten wie John Entwistle von "The Who" oder Adam Clayton von "U2" haben den Stil ihrer Bands entscheidend mit geprägt. Entwistle erfand beispielsweise den Anschlagstil des Typewriting, bei dem man mit der Greifhand normal greift, aber mit der Spielhand auf die Saiten schlägt. Der erzeugte Klang ähnelt dem des Slappens. Die Sternstunde des Bassisten von Rory Gallagher kam immer dann, wenn er mal ein kleines Bass-Solo spielen durfte. Wer Ohren hatte, wusste aber auch schon vorher, das Gerry McAvoy ein grandioser Bassmann mit raumfüllender Rhythmik war. Er dufte sich aber unter Gallagher nie richtig entwickeln, denn der irische Bluesheroe duldete keine Götter neben sich. Interessante Neuentwicklungen in der Spieltechnik des E-Basses wurden durch den Fretless Bass ermöglicht, dem beispielsweise Pino Palladino wundervolle Klänge entlockte. Ohne Bünde kann man auf dem Griffbrett anders gleiten. Mit Slapping-Techniken, Plucking, Tapping und Two-Hand-Tapping, Stopptechniken, Double-Thumbing, Plektren, perkussiven Spieltechniken oder auf den E-Bass zugeschnittene Effektgeräten konnte man dem Bass-Spiel immer neue Facetten abgewinnen. Die spielbaren Tonbereiche wurden bei manchen E-Bässen durch eine fünfte Saite erweitert.


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